Beginnen wir mit der Definition von zeitgenössischer Kunst.
Wir hören oft von zeitgenössischer Kunst, die zunehmend fälschlicherweise mit abstrakter Kunst gleichgesetzt wird. Diese Kunstrichtung entstand nicht unter dem Namen „Zeitgenössische Kunst“, genauso wenig wie die Moderne Kunst. Beides sind Bezeichnungen, die erst später eingeführt wurden, um dieselbe Epoche mit ähnlichen Merkmalen und Themen zu beschreiben. Daher existiert die Kunstform „Zeitgenössische Kunst“ an sich nicht; es ist lediglich ein nachträglich geprägter Name, der sie beschreibt.

Simbabwe war nie für seine Kunst berühmt, sondern eher für seine Safaris und seine internen Schwierigkeiten.
Obwohl das Leben in Simbabwe schwierig und hart ist, haben die Menschen dort einen Weg gefunden, ihrer Realität zu entfliehen und sie auf künstlerische Weise auszudrücken, indem sie sie mit wenigen, leicht verfügbaren Gegenständen bekannt und verständlich machen.
Die Künstlerin der oben abgebildeten Installation wollte die Situation von Kindersoldaten darstellen: kleine Wesen, bewaffnet mit Gewehren, die größer sind als sie selbst, und bekleidet mit BHs. Diese BHs wurden gespendet von Frauen Simbabwerinnen, die Vergewaltigung und Missbrauch überlebt haben.


Terrence Musekiwa wollte die Umweltkatastrophe und die Gleichgültigkeit des Staates gegenüber den Bewohnern darstellen.
Er wählte das Desaster des Kariba-Staudamms als Motiv, eines 1950 vom Kolonialstaat errichteten Bogenstaudamms. Der Damm verursachte Umweltkatastrophen und den Unmut der Anwohner. Musekiwa greift diese Geschichte auf spirituelle und symbolische Weise auf und verwendet 24 verschiedene Steine, die die 24 Forderungen der Bevölkerung repräsentieren, welche von den Machthabern ignoriert wurden.

Wallen Maponderas Werk ist eindeutig: Es zeigt die vaginale Verstümmelung von Frauen, insbesondere von Mädchen. Die Beschneidungssaison beginnt im Sommer. Weltweit ist der Sommer für manche Mädchen ein Symbol für Urlaub; für andere ist er die Zeit der Selbstbeschneidung, ein Trauma, das sie ein Leben lang begleiten wird.

Vor diesem Pavillon auf der Biennale in Venedig wusste ich absolut nichts über die Künstler dieses Landes. Der Anblick dieser Werke hat mich darüber nachdenken lassen, wie viele Dinge wir für selbstverständlich halten, wie viele Dinge wir als Tragödien empfinden, die aber völlig lösbar wären.
Ich dachte über die menschliche Heuchelei nach, ich reflektierte über die Macht der Kunst als Protestmittel, als Ventil und Stimme für diejenigen, die nicht sprechen können.
Und du? Was denkst du?
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