Das Phänomen des Übertourismus, das viele europäische Städte plagt, hat Barcelona zu einer mutigen Entscheidung veranlasst: die Zufahrt von Kreuzfahrtschiffen in die Innenstadt einzuschränken.
In einer beispiellosen Vereinbarung mit den lokalen Behörden hat die katalanische Stadt ihr nördliches Hafenterminal für den Kreuzfahrtverkehr geschlossen, wodurch die Schiffe gezwungen sind, weiter vom Stadtzentrum entfernt anzulegen.
Diese Maßnahme, die die Nachhaltigkeit des Tourismus verbessern soll, wird voraussichtlich bedeutende Veränderungen im Stadtbild Barcelonas mit sich bringen.
Das neue Ziel für Kreuzfahrtschiffe: Pier Moll d'Adossat.
Bis vor kurzem legten Kreuzfahrtschiffe in Barcelona Sie hatten die Möglichkeit, direkt am Pier des World Trade Centers anzulegen, der sich im Herzen der Stadt befindet, nur einen Block von der berühmten Promenade La Rambla entfernt.
Dank dieser strategischen Lage konnten die Passagiere von Bord gehen und sich sofort mitten im geschäftigen Treiben der Stadt wiederfinden. Doch mit der Schließung des Nordhafenterminals änderte sich all das.
Kreuzfahrtschiffe sind nun gezwungen, in Moll d'Adossat, einem deutlich abgelegeneren Ort, anzulegen. weit entfernt vom Zentrum BarcelonasStatt eines kurzen Spaziergangs, um die Sehenswürdigkeiten zu genießen, müssen die Passagiere nun mindestens 30 Minuten laufen, um die Stadt zu erreichen.
Nach Angaben der Hafenbehörden wird diese Entscheidung Auswirkungen auf etwa 340 Kreuzfahrtschiffanläufe pro Jahr haben.
Umwandlung eines Hafengebiets in einen neuen öffentlichen Raum.
Die Veränderung betrifft nicht nur den Zugang zu KreuzfahrtschiffeAber auch die Umgestaltung des umliegenden Gebiets. Das Hafengebiet, das sich über fast 150.000 Quadratfuß erstreckt, darunter über 2.000 Fuß Dockfläche, die nun als „neue öffentliche Flächen“ ausgewiesen sind, wird zurückgewonnen und für alle zugänglich gemacht.
Lluís Salvadó, Präsident des Hafens von Barcelona, sagte, dass dieser renovierte öffentliche Raum im nächsten Herbst eingeweiht werde und eine weitere Aufwertung des Stadtbildes von Barcelona darstelle.
Ein Projekt, das auf einer Vereinbarung aus dem Jahr 2018 basiert.
Diese Entscheidung ist nicht improvisiert, sondern das Ergebnis einer Vereinbarung aus dem Jahr 2018 zwischen den Hafenbehörden und dem Stadtrat von Barcelona.
Ziel dieser Vereinbarung war es, wie die Hafenbehörden erklärten, „Kreuzfahrten aus städtischen Gebieten zu verlagern und nachhaltiger zu gestalten“. Obwohl die Regelung offiziell erst am 22. Oktober in Kraft tritt, wurde sie bereits mit dem letzten Kreuzfahrtschiff, der „World Navigator“ von Mystic Cruises, umgesetzt, das den Hafen am 2. Oktober verließ.
Salvadó winkte dem Schiff vom Dock aus zum Abschied und betonte das Ziel, „die negativen Auswirkungen von Kreuzfahrten auf die Anwohner zu beseitigen“. Diese Entscheidung ist Teil umfassenderer Bemühungen des Hafens von Barcelona, die negativen Auswirkungen der Kreuzfahrtindustrie auf den Alltag der Anwohner zu minimieren.

Weitere Änderungen stehen an.
Die Schließung des Nordhafenterminals ist nicht die einzige bevorstehende Veränderung. Ab 2026 werden alle Kreuzfahrten ausschließlich vom Adossat-Pier aus operieren, einem anderen Standort weiter außerhalb des historischen Zentrums.
Des Weiteren das Südterminal von BarcelonaAuch der am World Trade Center Pier gelegene Anleger wird geschlossen. Dieser ambitionierte Plan sieht außerdem die Elektrifizierung des Adossat-Piers vor – ein wichtiger Schritt zur Reduzierung schädlicher Emissionen von Kreuzfahrtschiffen und zur Förderung ökologischer Nachhaltigkeit.
Barcelona hat eine mutige Entscheidung getroffen, um den Übertourismus zu bekämpfen und die Nachhaltigkeit des Tourismus zu verbessern.
Auch wenn diese Maßnahme für Kreuzfahrtpassagiere mitunter Unannehmlichkeiten mit sich bringen mag, dürfte sie sich positiv auf das städtische Umfeld und die Lebensqualität der Einwohner auswirken und Barcelona zu einem noch attraktiveren und nachhaltigeren Reiseziel für Besucher aus aller Welt machen.



